Glatteisgefahr

Lass dich nicht aufs Glatteis führen!

01_Fakten statt Fakenews

Seit einiger Zeit kursieren viele abenteuerliche Informationen zu COVID-19 in den sozialen Medien. Veröffentlicht werden diese beispielsweise von angeblichen Journalist*innen, Influencer*innen, aber auch Politiker*innen. Vieles wird unhinterfragt geglaubt und geteilt, auch wenn die Faktenlagen zu diesen Themen wesentlich anders aussehen. Daher gilt: Kritisches Hinterfragen ist erlaubt!

Wir werden in den nächsten Wochen immer wieder Beiträge zu Verschwörungstheorien auf unserem Instagram-Account und unserer Facebookseite veröffentlichen, in denen wir euch aufzeigen möchten, was tatsächlich hinter diesen Theorien steckt. Eine Übersicht und die Quellenangaben zu den einzelnen Veröffentlichungen findet ihr hier. Wir halten die Liste immer – in Abhängigkeit unserer Beiträge – aktuell:

Tipp der Woche: Dokumentarfilm „Human“

Drei Jahre reiste der französische Fotograf und Dokumentarfilmer Yann Arthus-Bertrand um die Welt, um über 2000 Menschen aus mehr als 60 Ländern zu interviewen und sie und ihre Lebenswelten zu filmen und zu fotografieren.
Der Film widmet sich dem Kernthema unseres Daseins, dem Sinn des Lebens. Bewegende Lebensgeschichten und einzigartige Luftaufnahmen gewaltiger Landschaften ergeben ein Porträt der Menschheit, das Themen wie Gerechtigkeit, Toleranz, Armut, Krieg und Glück aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Den Film findet ihr (in englischer Version) auf Youtube:
https://www.youtube.com/user/HUMANthemovie2015

Glatteisgefahr: FFP2-Masken vs. Viren

Schützen FFP2-Masken gar nicht gegen Viren? Diese Behauptung geistert immer wieder durch soziale Medien. Belegt wird das mit Gebrauchsanweisungen zu FFP2-Masken, in denen steht, dass die Masken nicht vor Viren schützen würden. 
FFP2-Masken sind keine medizinische Schutzausrüstung, deshalb werden sie nicht auf die Filterleistung gegenüber Viren getestet. Sie werden allerdings auf die Filterleistung gegen Aerosole getestet. Warum sie dennoch einen guten Schutz gegenüber dem Coronavirus bieten, liegt an der Tatsache, dass SARS-CoV-2 nicht als einzelnes Virus durch die Luft fliegt, sondern an Aerosolen hängen muss, um sich fortbewegen zu können. In der EU genormte FFP2-Masken müssen 94% der Aerosole zwischen 0,02 und 2 Mikrometern filtern können. Virusbelastete Aerosole sind meist größer als 0,02 Mikrometer. In kleineren Aerosolen ist die Viruslast so gering, dass eine Infektion unwahrscheinlich ist. Einen 100%igen Schutz bietet darüber hinaus keine Maske.

Schützen FFP2-Masken gar nicht gegen Viren? Diese Behauptung geistert immer wieder durch soziale Medien. Belegt wird das mit Gebrauchsanweisungen zu FFP2-Masken, in denen steht, dass die Masken nicht vor Viren schützen würden.

Dass diese Passage in den Gebrauchsanweisungen steht, ist in den meisten Fällen korrekt. Was genau bedeutet das jetzt aber? Es bedeutet lediglich, dass die Masken nicht auf die Filterwirkung gegen Viren getestet wurden. Das ist aber auch gar nicht nötig. Viren wie SARS-CoV-2 fliegen nicht einzeln durch die Luft, sie brauchen Aerosole, um sich fortbewegen zu können. Und auf diese Aerosole werden die Masken auch getestet.

FFP2-Masken müssen bestimmte Standards erfüllen, um als solche in Umlauf gebracht werden zu dürfen. Wichtig ist hier die Europäische Norm EN:149:2001+A1:2009. Diese besagt, dass FFP2-Masken mindestens 94% der Aerosole filtern müssen. Die Größe der Testaerosole liegt zwischen 0,02 und 2 Mikrometer. Zum Vergleich: Ein einzelnes Coronavirus misst 0,08 bis 0,14 Mikrometer. Dazu kommen noch die Aerosolpartikel, an denen die Viren haften. Man kann also sagen, dass FFP2-Masken vor virusbelasteten Aerosolen schützen – wenn sie richtig getragen werden.

Nun gibt es aber auch Partikel, die zwischen 0,15 und 0,3 Mikrometer groß sind und so theoretisch die Filterschicht der Maske passieren könnten. Diese Aerosole können teils stundenlang in der Luft schweben. Ob von ihnen aber wirklich eine Gefahr ausgeht, lässt sich noch nicht abschließend klären. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je kleiner das Aerosol, desto weniger Viren enthält es. Und je weniger Viren Menschen einatmen, desto unwahrscheinlicher wird eine Infektion. Eine Maske zu tragen vermindert zusätzlich die Viruslast, der ein Mensch ausgesetzt ist.

Darüber hinaus gibt es keine Maske, die zu 100% schützt. Es gibt aber auch keine Maske, die (bei richtiger Anwendung) besser vor virusbelasteten Aerosolen schützt als eine FFP2-Maske. Es gibt zwar Filter, die einzelne Viren abfangen können, für diese wird aber ein höherer Druck benötigt, als unsere Lunge normalerweise leisten kann. Bereits nach wenigen Atemzügen durch einen solchen Filter wären wir außer Atem. Solche Filter sind aber auch überhaupt nicht nötig, da die Viren nicht einzeln durch die Luft fliegen.

Fazit: Ja, FFP2-Masken werden nicht auf den Schutz vor Viren getestet. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht auch vor ihnen schützen. Wichtig ist die Filterleistung gegen Aerosole, da diese das Coronavirus transportieren. Und hier schneiden FFP2-Masken besser ab als alle anderen Masken. Und: einen 100%igen Schutz bietet keine Maske.

Quellen: www.br.de | www.correctiv.org

Tipp der Woche: Jubiläumsausstellung 75 Jahre Stadtjugendring Augsburg

Was macht eigentlich so ein Stadtjugendring? Nun ja, wir geben seit 75 Jahren unser Bestes, Angebote für junge Menschen zu entwickeln, die ihnen einen offenen Raum zur eigenständigen Entwicklung bieten und Perspektiven für die Zukunft geben. Mit unserer Jubiläumsausstellung möchten wir Euch einen Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Arbeit geben.

Die ausgestellten Werke sind eine kleine Reise durch die verschiedenen Fachbereiche des SJR, wie zum Beispiel die offene Jugendarbeit, das Ehrenamt und die Verbandsarbeit sowie die jugendpolitische Projektarbeit. Wir wollen Euch damit zeigen, mit was wir uns tagtäglich beschäftigen und für was wir stehen. Die Ausstellung ist ein Portal in die Welten junger Menschen und zeigt, was sie beschäftigt und bewegt. Wir möchten damit versuchen Antworten auf immer wieder gestellte Fragen zu finden und Verständnis für die heranwachsende Generation vermitteln.

Wir laden Euch herzlich dazu ein, Gast unserer Ausstellung zu sein und Euch ein Bild von den jungen Menschen, die Euch vielleicht auch hier und dort umgeben, zu machen. Wir laden Euch ein, zu verstehen, warum das Jungsein so herausfordernd und so wichtig ist. Und wir laden die älteren von Euch ein, sich an die eigene Jugendzeit zu erinnern und sich zu fragen, wie wohl die Jugend von früher mit den heutigen Ereignissen und Zuständen umgegangen wäre.

Die Ausstellung könnt ihr euch vom 13. Juli bis zum 9. August 2021 in der Citygalerie Augsburg anschauen.

Alle weiteren Infos rund um das 75jährige Jubiläum des Stadtjugendring Augsburg findet ihr hier: https://www.sjr-a.de/jungundlaut

Tipp der Woche: Schwarze Adler

Unser Tipp der Woche ist diesmal die Dokumentation „Schwarze Adler“

„Schwarze Adler“ erzählt die Geschichte schwarzer Fußballnationalspieler*innen im weißen DFB-Trikot. Die Dokumentation beschreibt den Weg, den Spieler*innen wie Steffi Jones, Gerald Asamoah oder Cacau hinter sich haben, wo und wie ihnen zugejubelt wird.

Triggerwarnung: In der Dokumentation werden rassistische Beleidigungen und rassistische Gewalt thematisiert und gezeigt. Das kann belastend und (re-)traumatisierend wirken. Wenn es dir damit nicht gut geht, schau ihn dir nicht an oder zumindest nicht alleine.

Bis zum 17.07. könnt ihr die Doku noch in der ZSF-Mediathek ansehen: https://www.zdf.de/sport/zdf-sportreportage/fussball-dfb-nationalmannschaft-schwarze-adler-doku-100.html

Danach findet ihr die Doku bei Amazon.

Glatteisgefahr: Impfung wirkunslos?

Wie wirkungsvoll sind die Impfstoffe gegen Corona wirklich? Immer wieder tauchen falsche Behauptungen oder irreführende Überschriften auf, die die Wirksamkeit der Corona-Impfung infrage stellen oder negieren. Werfen wir einen Blick auf die Faktenlage.

Infektion trotz Impfung?

Es stimmt, dass es in manchen Fällen trotz einer Impfung zu einer Infektion mit SARS-CoV-2 kommt. Was dabei beachtet werden muss: Ein vollständiger Impfschutz baut sich erst sieben bis 14 Tage nach der zweiten Impfung auf (bzw. bei manchen Impfstoffen bereits nach der Impfung, sollte nur eine Dosis nötig sein). Bis dahin besteht weiterhin ein höheres Risiko zu erkranken als mit vollständigem Impfschutz. Erkrankt man trotz Impfung, spricht man von einem Impfdurchbruch.

Wichtig ist auch, die Strategie der Impfstoffe zu beachten. Ihr Ziel ist es, schwere Verläufe oder gar Todesfälle zu verhindern. Das schaffen die zugelassenen Impfstoffe auch. Während der Zulassung ging es nur um diesen Umstand. Es wurde nicht untersucht, ob die Impfstoffe eine Infektion von Beginn an unterbinden. Auch in der Impfstoffentwicklung wurde darauf nicht der Fokus gelegt. Zwar deuten erste Studien darauf hin, dass manche Impfstoffe auch eine Infektion verhindern könnten, wie immer gilt aber: einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.

Machen Medikamente die Impfung wirkungslos?

Erste wissenschaftliche Studien legen das nahe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befürchtet unter anderem, dass es das Immunsystem bremsende Medikamente gibt, die die Wirkung der Impfung auf das Immunsystem behindern und betroffene Personen keinen vollständigen Schutz entwickeln. Das trifft zum Beispiel auf Krebspatient*innen oder Organspendeempfänger*innen zu. In solchen Fällen ist es wichtig, eine sogenannte Konterstrategie zu fahren. Um die Betroffenen trotzdem zu schützen, ist es wichtig, ihr näheres Umfeld durch zu impfen. So lässt sich das Ansteckungsrisiko so weit wie möglich verringern.

Machen manche Krankheiten Impfungen wirkungslos?

Auch davon ist nach ersten Studien auszugehen. Besonders Immunerkrankungen wie Rheuma oder Schuppenflechte mindern die Wirkung der Impfstoffe. Laut einer Erlanger Studie entwickelt sogar jede*r zehnte Immunerkrankte nach einer Impfung keine Antikörper. Bei diesen Krankheiten reagiert das Immunsystem über und greift den Körper an. Deswegen müssen auch diese Personen Immunblocker einnehmen. Laut diesen Studien sind die Medikamente in den oben genannten Krankheitsfällen aber nicht daran schuld, dass die Impfung nicht anschlägt.  Eine mögliche Lösung sei eine sogenannte Kreuzimpfung, bei der unterschiedliche Impfstoffe verabreicht werden.

Welche Rolle spielen Mutationen?

Die aktuell im Umlauf befindlichen Impfstoffe basieren noch auf dem Wildtyp des Coronavirus. Dieser ist aber inzwischen weitestgehend zurückgedrängt. Aktuell dominiert die sogenannte Alpha-Variante, die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde. Gegen sie haben die meisten Impfstoffe einen ähnlich hohen Schutz wie gegen den Wildtyp. Auf den ersten Blick besorgniserregender ist die Delta-Variante, die erstmals in Indien festgestellt wurde. Diese ist um bis zu 66% ansteckender als die Alpha-Variante und führt häufiger zu schweren Verläufen. Generell lässt sich aber sagen, dass die Impfung auch vor der Delta-Variante gut schützt, vor allem in Sachen Sterblichkeit. Die Alpha-Mutation, die bereits bei sehr geringen Impfzahlen kursierte, tötete rund zwei Prozent der bestätigten Infizierten. Bei Delta, die in manchen Ländern auf eine zu mehr als 50% vollständig geimpfte Bevölkerung trifft, ist die Sterblichkeit um das zehn- bis 20-fache geringer. Was aber auch zu beachten ist: Während bei anderen Varianten bereits nach der ersten Impfung ein gewisser Schutz besteht, besteht dieser bei der Delta-Variante des Virus erst nach der zweiten Impfung.

Fazit:

Auch, wenn es manche wenige Personengruppen und Umstände gibt, bei denen die Impfung weniger oder gar nicht wirkungsvoll ist, ist die Impfung doch unser wichtigstes Mittel für das Zurückdrängen der Pandemie. Und weil es Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen können oder bei denen eine Impfung nicht den gewünschten Erfolg erzielt, ist es umso wichtiger, dass sich der Rest der Bevölkerung impfen lässt. Um sich selbst und damit auch die anderen zu schützen.

Quellen: www.zusammengegencorona.de | www.augsburger-allgemeine.de | www.infranken.de | www.spektrum.de

Tipp der Woche: Seaspiracy

Die Dokumentation auf Netflix handelt von der Überfischung der Meere. Ein Reporter, der sich dort selbst für seine Recherche in Gefahr begibt, deckt einige erschreckende Fakten auf. Er zeigt die Verschmutzung mit Plastikmüll und den Einfluss der Massenfischerei auf die Meereswelt, die schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort sowie die Korruption der Konzerne. Eine Dokumentation, die zum Nachdenken über den eigenen Konsum und den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt anregt.

Die Dokumentation könnt ihr bei Netflix sehen, den zum offiziellen Trailer findet ihr hier: https://youtu.be/1Q5CXN7soQg

Copa Augusta Antiracista 2021 – Save the date

Servus liebe Freund*innen des gepflegten Rasensports, liebe Teams, liebe Netzwerkpartner*innen und Freund*innen der Copa Augusta Antiracista,

wir haben uns leider endgültig als Fanprojekt zusammen mit Augusta Unida dazu entschlossen, die Copa Augusta Antiracista in diesem Jahr nicht wie gewohnt als Fußballturnier auszutragen, sondern als eine Veranstaltung mit kulturellen und politischen Programmpunkten stattfinden zu lassen. Hierfür konnten wir nun auch einen endgültigen Termin festlegen: Samstag, den 04.09.2021

Wir haben uns darauf geeinigt, das Fußballturnier abzusagen, da dies unter den aktuellen Auflagen die optimalste Alternative ist, einen gemeinsamen Tag unter antirassistischem Motto mit allen Beteiligten verbringen zu können. Die Umsetzung eines Fußballturniers in der Größenordnung der Copa wäre zwar irgendwie möglich gewesen, jedoch stehen für uns als Organisationsteam an diesem Tag mehr als nur das fußballerische Treiben im Vordergrund. Und eben diese Kombination zwischen großer Sportveranstaltung, kulturellen Angeboten und Informationen zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen schien uns in der aktuellen Situation in der Umsetzung gar unmöglich.

Wie geht es jetzt weiter und was ist geplant?

Das Rosenaustadion als Veranstaltungsort bleibt uns dafür traditionell erhalten. Wir ziehen lediglich vom Nebenfeld des Rosenaustadions in den Zuschauer*innenumlauf auf dem Stadionberg um (Zugang Christoph-von-Schmid Straße). Dies bedeutet nicht nur einen fantastischen Blick auf unser altehrwürdiges Rosenaustadion, sondern ermöglicht es uns, die Infostände wie geplant miteinzubeziehen und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Sicher ist bereits, dass die VoKü sowie Legio Augusta hilft euch wie gewohnt an diesem Tag kulinarisch verwöhnen wird. Mit dem einen oder anderen weiteren kulinarischen Angebot sind wir aktuell noch in Absprache. Hierzu sicher in unserem nächsten Newsletter mehr. Zusätzlich könnt ihr euch auf den ein oder anderen spannenden Vortrag freuen. Auch hier sind wir aktuell mit Hochdruck daran, ein informatives Programm auf die Beine zu stellen und befinden uns mit möglichen Referent*innen im Austausch. Unsere Social Media Kampagne zum Thema Flucht möchten wir euch am Tag selbst nicht vorenthalten und werden in den nächsten Wochen und Monaten aus dieser eine kleine Ausstellung basteln. Und zu guter Letzt darf natürlich unser Kinder- und Kreativprogramm nicht fehlen und musikalisch wird es auch etwas auf die Ohren geben.

Fan.tastic.females Ausstellung

Abschließend wollen wir euch zudem noch auf die Fan.tatsic.females Ausstellung aufmerksam machen. Diese kann noch bis zum 03. Juli zu den gewohnten Öffnungszeiten des Augsburger Stadtmarkts in der Fleisch- und Viktualienhalle besucht werden. Vergesst euer Smartphone und die Kopfhörer nicht, um euch über die QR-Codes die zusätzlichen spannenden Inhalte direkt aufs Handy zu holen.

Bleibt gesund und auf bald!
Euer Team vom Fanprojekt Augsburg & Augusta Unida

Glatteisgefahr: Schadstoffe in FFP2-Masken?

Immer wieder taucht die Behauptung auf, OP- und FFP2-Masken enthielten Schadstoffe und seien somit gefährlich für unsere Gesundheit.

Diverse Stellen haben stichprobenartig OP– und FFP-2-Masken untersuchen lassen. Dabei wurden bis auf wenige Ausnahmen keine Schadstoffe festgestellt. In den Ausnahmen wurde beispielsweise ein potentiell giftiger Farbstoff entdeckt, der in den Aufdrucken auf FFP-2-Masken enthalten ist. Er kam jedoch in so geringen Mengen vor, dass keine Gesundheitsgefahr besteht. Auch Mikrofaserpartikel, die wir einatmen könnten, stellen keine Gefahr dar. Das liegt zum einen am verwendeten Material, zum anderen an den strengen Sicherheitsstandards der Masken, die einen Faserabrieb verhindern sollen. Werden in der Prüfung doch gravierende Mängel festgestellt, werden die Masken gesperrt, zurückgerufen und indiziert. Meist handelt es sich dabei aber um mangelnde Filterleistung oder andere technische Mängel. Der richtige Umgang mit Masken ist entscheidend. Lässt man sie bspw. in der Sonne liegen, können sie brüchig werden. Und so können sich dann doch Mikropartikel von den Masken lösen. Eine Gefahr stellen diese aber nicht dar, da sie in der Nase gefiltert werden.

Immer wieder taucht die Behauptung auf, FFP2-Masken, die in Bayern im ÖPNV und Einzelhandel getragen werden müssen, enthielten Schadstoffe und seien somit gefährlich für unsere Gesundheit. Es wird unter anderem von Mikropartikeln gesprochen, die wir einatmen. Manche gehen sogar so weit, die Masken als Sondermüll zu bezeichnen.

Was ist also dran an den Behauptungen? Sind OP- und FFP2-Masken gesundheitsschädlich? Vorneweg: Nein, sind sie nicht.

Der Hamburger Chemiker Michael Braungart, unter anderem Leiter des gemeinnützigen Vereins „Hamburger Umweltinstitut“ behauptet, die Masken seien Sondermüll. In einer nicht repräsentativen Untersuchung, deren Ergebnisse auch laut eigenen Aussagen keine Allgemeingültigkeit haben, habe er verschiedene Schadstoffe in an ihn zugesandte Masken entdeckt. Darunter seien in den von ihm untersuchten Masken Formaldehyd, Anilin, Cobalt, Klebstoffe und künstliche Duftstoffe zu finden gewesen. Weiter behauptet er, Mikroplastikfasern entdeckt zu haben, die sich von der Maske lösen, eingeatmet werden und Schäden in der Lunge anrichten. All diese Behauptungen stellte er ohne stichhaltige Beweise auf.

Fakt ist: OP- und FFP2-Masken unterliegen strengen Sicherheits- und Gesundheitsschutzstandards. Auch andere Stellen haben stichprobenartig Masken untersuchen lassen, beispielsweise das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Fazit: Von 600 untersuchten Masken wiesen zwei FFP2- und eine OP-Maske Mängel auf. Es wurden Restlösemittel und verschiedene Alkane gefunden. Daraufhin wurden sämtliche Masken der Produktionslinie gesperrt und zurückgerufen. Sie dürfen nicht mehr in Umlauf gebracht werden. Hierfür wird das EU-weite Warnsystem RAPEX genutzt. Das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin führt eine Liste mangelhafter Masken. Ihr findet sie hier. Auch Stiftung Warentest untersuchte stichprobenartig Masken und fand in ihnen keinerlei Schadstoffe. Auch die in der Produktion der Masken zum Einsatz kommenden Kunststoffe stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Der einzige risikobehaftete Stoff, der bei vielen Masken zum Einsatz kommt, ist Phenantren. Damit werden viele Masken bedruckt. Die Menge ist aber so gering, dass selbst wenn etwas davon eingeatmet wird, keinerlei Gefahr besteht. Die angeblich gefundenen Klebstoffe können darüber hinaus gar nicht gefunden worden sein, da die Masken nicht geklebt, sondern thermisch verschweißt werden.

Läuft die Produktion von Masken erst mal richtig, stellt sich schnell ein gewisser Standard ein. Daher lassen sich die Untersuchungsergebnisse auch auf andere Masken einer Produktionslinie übertragen. Die Qualität der Masken verändert sich erst dann, wenn der Produktionsprozess verändert würde. Dann ist auch eine neue Prüfung und Zulassung notwendig. Gleichwohl müssen alle Masken, die in Europa auf dem Markt sind, bestimmte Standards erfüllen, um zugelassen zu werden. Sie erhalten dann eine bestimmte Kennzeichnung: Entweder EN 149:2009-08 oder EN 149:2001+A1:2009. Außerdem steht auf geprüften Masken die CE-Kennzeichnung mit der vierstelligen Nummer der jeweiligen europäischen Prüfstelle. Darauf solltet ihr beim Kauf achten.

Die Behauptung, Masken würden Mikroplastikfasern abgeben, ist auch nicht haltbar. In der Norm DIN EN 149 steht, dass kein durch einen Luftstrom mitgerissener Werkstoff eine Gefährdung oder Belästigung darstellen darf. Bei zertifizierten Masken dürfte es also keinen Faserabrieb geben. Das ist ohnehin vom verwendeten Material her nahezu ausgeschlossen.

Gefährlich kann es nur in zwei Fällen werden: Die Masken sind nicht zertifiziert oder die Masken lagen zu lange in der Sonne. Dann können sie brüchig werden. Es ist also sinnvoll, die Masken wie vorgeschrieben zu lagern. Wie ihr eure Masken sicher lagern könnt, haben wir euch hier zusammengefasst.

OP- und FFP2-Masken sind also weder gesundheitsschädlich noch Sondermüll. Strenge Richtlinien garantieren uns, dass die Masken absolut sicher und nicht gefährlich für unsere Atemwege sind. Ihr müsst die Masken auch nicht zum Schadstoffmobil bringen, sie können einfach über den Restmüll entsorgt werden.

Quellen: www.br.de | www.correctiv.org | www.dw.com

Tipp der Woche: Digitale Selbstverteidigu

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Tipp der Woche: Digitale Selbstverteidigung & Zivilcourage im Netz: Demokratische Strategien & Lösungsansätze gegen Hass im Netz

Morgen Abend am 23.06. ab 17:00 Uhr noch nichts vor? Dann schaut doch beim spannenden Webtalk der @Medienstelle Augsburg des JFF rein. Zum Thema Digitale Selbstverteidigung & Zivilcourage im Netz habt ihr die Möglichkeit, mit Charlotte Lohmann von der @Amadeu Antonio Stiftung und Ulli Grießhammer von @HateAid zu diskutieren. Es wird um Meinungsfreiheit im Netz gehen und welche Gefahren diese mit sich bringen kann, wenn Meinungen im Netz anonym geäußert werden. Zudem werden beide schildern, wie mit Rassismus, Beleidigungen oder Drohungen im Netz umgegangen werden kann. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch einfach per Mail an msa@jff.de mit folgenden Angaben an:
· Name der Veranstaltung im Betreff („Digitale Selbstverteidigung & Zivilcourage im Netz: Demokratische Strategien & Lösungsansätze gegen Hass im Netz”)
· Euer eigener Name und nach Möglichkeit eine Angabe zu eurem „Berufsstand“ (Schüler*in, Auszubildende*r, Student*in, Berufstätig)
Die Medienstelle Augsburg freut sich auf euch!
Genauere Infos und den Flyer findet ihr unter: https://msa.institut-medienpaedagogik.de/media-summer-augsburg-webtalk-reihe/

Glatteisgefahr: Blutspende

In sozialen Netzwerken wird immer wieder davon gesprochen, gegen Corona Geimpfte dürften kein Blut mehr spenden, weil das Blut nach der Impfung verunreinigt und gefährlich sei. Prominenter Verfechter dieser Theorie ist der kanadische Immunologe Dr. Bryan Bridle von der Universität von Guelph in Ontario. Er behauptet, die Spike-Proteine, die durch die mRNA-Impfung im Körper produziert werden, seien ein gefährlicher Giftstoff.

Zunächst zur Blutspende: Die Behauptung, Blutspenden seien nicht mehr möglich, stammt ursprünglich aus den USA und beruht auf einer Fehlinterpretation der Faktenlage. Das US-Amerikanische Rote Kreuz lehnt Spender*innen ab, die nach einer Impfung rekonvaleszentes Plasma spenden wollen. Das ist Blutplasma, das Antikörper enthält, die SARS-CoV-2-Infizierten verabreicht werden können, wodurch der Krankheitsverlauf abgemildert wird. In den USA wird nun behauptet, die Impfung zerstöre diese Antikörper, weshalb die Spende abgelehnt wird. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Nach einer Impfung werden im Körper Antikörper gebildet, die über rekonvaleszentes Plasma zur Behandlung schwerer Covid-Verläufe eingesetzt werden. Das wird unter anderem in Deutschland und Österreich so praktiziert. In den USA werden diese Spender*innen jedoch abgelehnt. Nicht jedoch, weil das Blut verunreinigt ist, sondern schlicht und ergreifend, weil die Nachfrage nach rekonvaleszentem Plasma so gering ist, dass der organisatorische Aufwand für die Spendendienste viel höher ist als der Nutzen für die Empfänger*innen.

Auch normale Blutspenden sind nach einer Impfung möglich, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betont. Gegen SARS-CoV-2 geimpfte Personen können weiterhin Vollblut, Plasma und Blutplättchen spenden, sofern sie die geltenden Zulassungsbedingungen erfüllen. Der Blutverlust durch die Spende schmälert auch nicht die Immunreaktion auf die Impfung oder die Zahl der Antikörper im Blut. Die aktuell zum Einsatz kommenden Vakzine enthalten keine vermehrungsfähigen und übertragbaren Viren, sondern nur harmlose Bestandteile dieser. Daher besteht keine Gefahr einer Infektion von Spendeempfänger*innen. Die Impfung erfolgt zudem in den Muskel, nicht in die Blutbahn. Dadurch ist die im Blut enthaltene Impfstoffmenge gering. Es wird lediglich empfohlen, nach der Impfung mindestens 24 Stunden mit der Spende zu warten, um eventuelle Nebenwirkungen der Impfung auszukurieren. Dabei geht es um den Schutz der Spender*innen, nicht der Empfänger*innen. Zur Behauptung von Dr. Bridle: Er behauptet, das Spike-Protein sei zu Beginn als ein hervorragendes Ziel-Antigen betrachtet worden. Heute schätzt er es als gefährliches Toxin ein, das unser Blut verunreinigt und sich im ganzen Körper ablagert. Gefährlich sei dies für gestillte Säuglinge und Empfänger*innen von Blutspenden. Stichhaltige Beweise für seine Behauptungen liefert Bridle nicht. Er verweist lediglich auf eine japanische Studie, die Tierversuche zur Grundlage hatte. Die Studienergebnisse sind aber nicht auf den Menschen übertragbar, da den Ratten eine viel höhere Dosis mRNA verabreicht wurde, als in den eingesetzten Vakzinen vorhanden ist. Es gibt darüber hinaus keine weiteren Studien, die seine Behauptungen bestätigen würden. Die Spike-Proteine sind also keine gefährlichen Giftstoffe. Auch für die Blutspende besteht keine Gefahr durch die Spike-Proteine. Eine Impfung eines*einer Spender*in hat keinerlei Auswirkungen auf den*die Empfänger*in. Verimpfte oder in Folge einer Sars-CoV-2-Impfung gebildete Spike-Proteine können höchstens kurzfristig, jedoch nur in geringer und für den Organismus eines*einer Tansfusionsempfänger*in nicht wirksamen Menge, vorhanden sein.

Quellen: https://dpa-factchecking.com | https://www.zdf.de | https://faktencheck.afp.com