Archiv der Kategorie: FP News

News aus dem Fanprojekt

Tipp der Woche: Podiumsdiskussion „Mit Zivilcourage gegen Fake Facts“

Verschwörungstheorien und Fake News sind heute verbreiteter denn je. Häufig werden gezielt bestimmte Personengruppen attackiert und diffamiert. So tragen sie zu einer Spaltung unserer Gesellschaft bei.
Doch wie soll man umgehen mit Personen, die obskure Theorien und Unwahrheiten verbreiten? Wie kann man in solchen Situationen Zivilcourage zeigen?
Diese und weitere Fragen diskutieren der Sozialpsychologe Prof. Dr. Dieter Frey, „FAKE FACTS- Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ Buchautorin Pia Lamberty und Verena Berthold vom Verein ZIvilcourage für Alle.
Die Veranstaltung könnt ihr morgen (Mi, 14.04) um 19 Uhr kostenlos auf Youtube verfolgen: https://www.youtube.com/watch?v=a_vtEeMUXco

Spieltagsaktion: Spieltagsbrunch

Beim Auswärtsspiel gegen Schalke heißt es mal wieder: Spieltagsbrunch mit dem Fanprojekt. Schnappt euch einen Snack und ein (Heiß-)Getränk eurer Wahl und wählt euch ab 13 Uhr in unseren Skype Channel ein: https://join.skype.com/jUj17pzM0CYF

Wir freuen uns auf euch!

Glatteisgefahr: Morgellons & Parasiten

In verschiedenen Beiträgen in sozialen Medien wird die Behauptung verbreitet, in Schnelltests und FFP2-Masken würden sich kleine Würmer, Parasiten, Roboter oder Metallfäden befinden. Untermauert wird die Behauptung mit Aufnahmen von Mikroskopen. Die gefundenen Fremdkörper würden sich auch bewegen, was als Beweis gesehen wird, dass es sich um „Parasiten“ handle. Besonders verbreitet ist die Erzählung von sogenannten „Morgellons“, angeblich kleine Parasiten, die auf oder unter der Haut leben würden.

An dieser Geschichte ist allerdings nichts dran. Sieht man sich die Fremdkörper genauer an, erkennt man schnell, dass es sich lediglich um Textilfasern handelt, also nicht um Parasiten, „Morgellons“ oder gar Roboter. Diese Fasern können auf unterschiedliche Weise auf Teststäbchen und in Masken gelangen. Zum einen kann es sich um Faserrückstände aus der Produktion handeln. Zum anderen können es Fasern (meist Nylon) sein, die in der Fabrik, in der Tests oder Masken produziert werden, herumfliegen oder sich von der Arbeitskleidung der Angestellten lösen. Das ist auch kein Anzeichen für schlechte Qualität in der Produktion, denn nur Computerchips werden in einer vollkommen sterilen Umgebung hergestellt. Außerdem werden die Teststäbchen im letzten Arbeitsschritt sterilisiert – das geschieht entweder durch UV-Strahlung oder durch Gas. Dadurch kann kein biologischer Organismus auf dem Teststäbchen überleben.

Auch die vermeintlichen Bewegungen des „Lebewesens“ lassen sich erklären. Wenn eine Textilfaser beispielsweise mit Wasser in Berührung kommt, quillt sie auf und richtet sich neu aus. Auch ein Luftzug kann die Faser bewegen, ebenso wie statische Aufladung. Das passiert zum Beispiel auch, wenn man einen Luftballon an den Haaren reibt und diese sich dann bewegen.

Eine weitere häufige Behauptung ist, es handle sich um „Morgellons“. Aber was ist das eigentlich? Zunächst: Morgellons existieren nicht. Betroffene berichten von angeblichen Parasiten, die auf oder unter der Haut leben würden. Dabei handelt es sich aber zumeist um hängengebliebene Fasern von Kleidung oder andere Insekten (die z. B. nach einem Waldspaziergang hängen bleiben) auf der Haut, die einen Juckreiz auslösen können. Morgellons sind also nach wissenschaftlicher Einschätzung nur eine Einbildung. Aber auch die Medizin beschäftigt sich mit dem Thema. Morgellons werden hier aber nicht als Parasiten beschrieben, sondern vielmehr als Wahnvorstellung in Folge psychischer Belastungen oder von Drogenkonsum.

Erkrankungen der Haut im Gesicht durch das Tragen von angeblich durch Parasiten kontaminierte Masken lassen sich leicht erklären. Juckreiz oder Hautrötungen können durch Allergien oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Ein Ausschlag kann unter anderem auch durch Borrelien ausgelöst werden.

Sowohl Masken als auch Schnelltests unterliegen strengen Produktions- und Sicherheitsstandards der Europäischen Union, was ihr z. B. an der CE-Kennzeichnung erkennen könnt.

Quellen: www.br.de | www.swr.de | www.correctiv.org

Tipp der Woche: Symbolpolitik unterm Regenbogen – Homophobie im Fußball

Der WDR hat unsere Podcast-Idee vom Januar aufgegriffen und auch einen Podcast zum Thema Homo- und Queerfeindlichkeit im Fußball gemacht – unser Tipp der Woche!

Die Aktion #Ihrkönntaufunszählen rückte Homo- und Queerfeindlichkeit im Fußball wieder in den Fokus, prompt riet ein Ex-Nationalspieler vom Coming-Out ab. Dabei stehen schwule Profispieler nicht in einer Verantwortung, sagt „Sport inside“-Autor Ronny Blaschke im Gespräch mit Nora Hespers.

„Ihr könnt auf uns zählen!“ Diese Zeile hat Berühmtheit erlangt. Mehr als 800 Fußballer*innen haben in einem Appell des Magazins „11 Freunde“ schwulen Spielern ihre Solidarität zugesichert. In sozialen Medien haben sich hunderte Fans, Funktionär*innen und Aktivist*innen dem Aufruf angeschlossen. Auf den ersten Blick scheint der Fußball so liberal wie noch nie zu sein, das Coming-out eines aktiven Spielers könnte näher rücken. Auf den zweiten Blick wird deutlich: Es ist alles wie immer.

Den Podcast findet ihr hier.

Einen Kommentar zu Homophobie im Fußball findet ihr hier.

Spieltagsaktion: Spielenachmittag

Zum Heimspiel gegen Hoffenheim veranstalten wir wieder einen schönen, klassischen Spielenachmittag! Stadt-Land-Fluss, skribbl, oder euer Lieblingsspiel.

Los geht’s am 03.04.2021 um 14:00 auf Skype.

Hier könnt ihr teilnehmen: https://join.skype.com/jUj17pzM0CYF?fbclid=IwAR2n1yweZwXGCTQgaqEAOQWoV1tv3MW139FuaFSgTxd5_dr9LBnV6LtxHYY

Wir freuen uns auf euch!

Glatteisgefahr: Ursprung von SARS-CoV-2

Die Frage nach dem Ursprung von SARS-CoV-2 ist so alt wie die Pandemie selbst. Immer wieder wurde die Behauptung aufgestellt, das Virus stamme aus einem Labor, entweder unabsichtlich freigesetzt oder nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun Untersuchungen im chinesischen Wuhan, dem Ort des ersten Superspreaderevents, durchgeführt und kommt zum Schluss, dass ein Laborunfall mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.

Stattdessen kommt die WHO zum Schluss, dass die Übertragung von Fledermäusen über einen Zwischenwirt sehr wahrscheinlich ist. Sie begründet das damit, dass in Fledermäusen ein ähnliches Coronavirus gefunden wurde, das evolutionär jedoch weit hinter SARS-CoV-2 zurückliegt. Daher ist eine Mutation in einem Zwischenwirt sehr wahrscheinlich. Mögliche Zwischenwirte könnten Nerze, Katzen oder Pangoline (Schuppentiere) sein.

Auch zum ersten Ausbruch auf dem Markt in Wuhan wurden neue Ergebnisse präsentiert. Zwar sei der Markt der erste Ort gewesen, an dem es zu einer größeren Verbreitung der Krankheit kam, jedoch ist er nicht der erste Ort, an dem SARS-CoV-2 festgestellt wurde. Schon frühere mildere Verläufe können nicht ausgeschlossen werden. Auch eine Verbreitung durch den Verzehr möglicherweise kontaminierten Fleisches wird als unwahrscheinlich bezeichnet.

Die Behauptung, das Virus stamme aus einem Labor lässt sich also nicht halten.

Quellen: www.br.de | www.spiegel.de

Tipp der Woche: Podcast „Gewalttäter? Eine Datensammlung spaltet Fußballfans und Polizei“

Der WDR Sport Inside Podcast dreht sich dieses Mal um das Thema Datei „Gewalttäter Sport“. Vor allem die Neu-Eintragung von über 1.000 Fans bundesweit seit Beginn der Geisterspiele sorgte für Fragen und führte zu öffentlichen Debatten, auch auf politischer Ebene. Sport Inside Autor Thorsten Poppe gibt dazu im Gespräch mit Nora Hespers Einblicke in seine Recherche.
Den Podcast findet ihr hier: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/sport-inside/index.html

Umfrage zu den digitalen Angeboten des Fanprojekts

Das Fanprojekt möchte seine digitalen Angebote gerne weiterentwickeln und noch attraktiver für euch machen. Dazu haben wir eine kurze, anonyme Umfrage erstellt, die ihr bis Freitag, den 09. April 2021, ausfüllen könnt. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele an der Umfrage teilnehmen, auch wenn ihr bisher noch nicht bei einem unserer digitalen Angebote dabei sein konntet.
Hier geht’s zur Umfrage:
https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=inmQSW7AB0yhhfAUqwFZygiyy4psiLNEp5I1FMA_XgBUMlVNM1lPTlI2NVE3NlhaRFVBWk5YM0xNTi4u

Themenwoche Rassismus: Antirassistischer Aktivismus

Antirassistischer Aktivismus setzt sich bis heute für ein Ende rassistischer Gewalt, Ausgrenzung und Unterdrückung ein. Seinen Anfang nahm er vor über 100 Jahren in den Vereinigten Staaten. Mit dem sich abzeichnenden Einstieg der USA in den Ersten Weltkrieg begann die sogenannte Große Migration in den USA. Viele black People of Colour (bPoC) zogen aus den Südstaaten in die Ballungszentren des Nordens, wo Arbeitskräfte unter anderem in der Rüstungsindustrie dringend benötigt waren. Aus ihnen entwickelte sich eine schwarze Mittelklasse, die sich mit weißen Aktivist*innen zusammenschloss und für ein Ende der rassistischen Gewalt im Süden einstand. So entstanden die ersten Bürgerrechtsbewegungen der USA wie die liberale „United Negro Improvement Association (UNIA) oder die „National Assosication fort he Advancement of Colored People“, später auch die „Nation of Islam“, die eine nationalistische und antisemitische Agenda um einen panafrikanisch-äthiopischen Nationalismus verfolgte. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachten große Bewegung. Nach dem Ersten Weltkrieg waren bPoC-Soldaten empört, dass sie von französischen Truppen besser behandelt wurden, als von den eigenen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und den bekanntgewordenen Gräueltaten des Nationalsozialismus war der Bevölkerung nicht mehr zu erklären, wie der staatliche Rassismus in den USA zu legitimieren war. Der Kalte Krieg und der Koreakrieg befeuerten dies. Die Sowjetunion erkannte das Potential dahinter und solidarisierte sich mit den bPoC-Bürgerrechtsbewegungen. Den USA drohte, einen Propagandakrieg zu verlieren. Doch je mehr sich bPoC für ihre Rechte einsetzten, desto stärker wehrten sich Rassist*innen dagegen. Soldaten demonstrierten öffentlich gegen ihre eigenen Kameraden und es kam vermehrt zu rassistischen Ausschreitungen in den Südstaaten. Im Jahr 1954 urteilte der Oberste Gerichtshof, die Rassentrennung aufzuheben. Regierung und Bundesstaaten setzten dieses Urteil aber zunächst nicht um. Die Proteste der Bürgerrechtsbewegung verstärkten sich nun. Ein Beispiel ist Rosa Parks, die sich weigerte, im Bus für einen Weißen Platz zu machen und verhaftet wurde. Bald darauf betrat Martin Luther King Jr. die Bühne und wurde schnell zum Anführer der Bewegung. Forderungen nach besserer Bildung, Wahlrecht und Aufhebung der Rassentrennung wurden lauter. Weiße Südstaatler*innen reagierten mit Gewalt, die Polizei setzte sogar Tränengas gegen Kinder ein. Daraufhin begann sogar das FBI, die Bewegung zu unterstützen. 1964 schließlich wurde die Rassentrennung durch den Civil Rights Act aufgehoben, 1965 erhielten bPoC mit dem Voting Rights Act das Wahlrecht. Offener Rassismus und Segregation brachen im Süden nun zusammen. In den Ballungszentren des Nordens hingegen war der Rassismus subtiler und schwerer zu bekämpfen, was zu Unmut führte und der Gruppierung um Malcolm X, die einen afroamerikanischen Nationalismus propagierten, gewann an Zustimmung. Nach den Attentaten auf Martin Luther King Jr. und Robert Kennedy 1968 kam es erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen, die von radikalen und nationalistischen Gruppen angeführt wurden und vom FBI mit Gewalt zerschlagen wurde.

Quelle: www.bpb.de

Trotz der erzielten Erfolge gibt es in den USA bis heute weit verbreiteten Rassismus und Polizeigewalt. Immer wieder sterben bPoC in den USA an den Folgen brutaler Polzeigewalt, so auch George Floyd, der am 25. Mai 2020 starb, als ein Polizist für acht Minuten und 46 Sekunden auf seinem Hals kniete und daran erstickte. Seine Worte „I can’t breathe“ wurden zum Motto der weltweiten Black Lives Matter Bewegung. Als Reaktion darauf kam es in vielen Städten zu lautstarken und teilweise gewalttätigen Protesten. Die seit 2013 bestehende Black Lives Matter (BLM) Bewegung, die mittlerweile global für das Ende von Rassismus und Diskriminierung auf die Straße geht, erhielt großen Zuspruch und internationale Anerkennung.

Wir wollen euch nun einige antirassistische Initiativen, Stiftungen und Bewegungen vorstellen:

Black Lives Matter (BLM)

BLM entstand 2013 als Reaktion auf den Mord an Trayvon Martin und den Freispruch des Täters George Zimmermann. Die Initiative kämpft gegen „White Supremacy“ (engl., Weiße Überlegenheit, Vorherrschaft der Weißen) und möchte bPoC eine Stimme, Einfluss und Gehör verschaffen. Sie stellt sich gegen rassistische Gewalt von Staat und Personen gegen bPoC. BLM macht auf rassistische Gewalt aufmerksam und dokumentiert sie. BLM beschreibt sich selbst als inklusive und internationalistische Bewegung, stellt sich gegen Nationalismus innerhalb der bPoC-Bewegung. Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr die Bewegung im Rahmen der Proteste nach dem Mord an George Floyd im Mai vergangenen Jahres. Auf der ganzen Welt gingen Millionen Menschen auf die Straße und forderten ein Ende rassistischer Gewalt. In den USA protestierten Sportler*innen, indem sie auf die Knie gingen, während die US-Nationalhymne gespielt wurde.

F. C. Flick Stiftung

Die Stiftung wurde im September 2001 von Dr. Friedrich Christian Flick gegründet. Im Gedenken an die Opfer und Überlebenden des nationalsozialistischen Terrorregimes bekennt sich der Stifter zu der daraus erwachsenden historischen und gesellschaftspolitischen Verantwortung sowie zur Förderung der Versöhnung. Die Stiftung soll dazu beitragen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Darüber hinaus verfolgt sie das Ziel, die Basis für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen zu schaffen sowie die Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus zu unterstützen.

Aufgabe der Friedrich Christian Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz ist die Förderung der Toleranz auf allen Gebieten, der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, um so dem Rechtsextremismus und der Gewalt von Jugendlichen entgegenzuwirken. Die Stiftung ist vor allem in den neuen Bundesländern und Berlin aktiv.

Stiftung gegen Rassismus

Die Stiftung gegen Rassismus wurde im Jahr 2014 auf Initiative von Dr. Theo Zwanziger mit Unterstützung des Interkulturellen Rates in Deutschland e.V., der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, des Fördervereins PRO ASYL e.V. und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gegründet, um die Wochen gegen Rassismus und den Welttag gegen Rassismus am 21. März zu koordinieren. Ziele der Stiftung sind die Planung und Koordination von Veranstaltungen in den internationalen Wochen gegen Rassismus, die Förderung und Entwicklung von Modellprojekten zur Überwindung von Rassismus und Ausgrenzung, die Erarbeitung von Infomaterialien und die Durchführung von Tagungen.

Rassismusfreies Bayern

Der Verein wurde im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2015 gegründet. Ziele des Vereins sind insbesondere die Sichtbarmachung und Bekämpfung von Rassismus und die Unterstützung von Personen, die Rassismus und Diskriminierung erfahren. Der Auftrag des Vereins ist u.a. der strategische Informationsaustausch, die Koordination der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit auf Landesebene sowie die Schaffung einer unabhängigen Antirassismus- und Antidiskriminierungsstelle auf Bayernebene.

Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung ist eine der bekanntesten Initiativen gegen Rassismus. Sie wurde 1998 gegründet und setzt sich seither für den Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ein. Sie fördert lokale Initiativen, die sich für eine demokratische Kultur und den Schutz von Minderheiten engagieren. Benannt ist die Stiftung nach Amadeu Antonio, der 1990 von rechtsextremen Jugendlichen in Eberswalde getötet wurde. Er war eines der ersten Opfer rechter Gewalt im wiedervereinigten Deutschland. Neben der Förderung von antirassistischen Projekten leistet die Stiftung Bildungsarbeit, bietet eine Plattform zur Vernetzung, erstellt Materialien und liefert Hintergrundinformationen zu Rassismus, Antisemitismus und anderen Themen.

Endstation Rechts

Endstation Rechts wurde im Verlauf der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2006 von den Jusos in der SPD gegründet. Ziel war es, über Aktivitäten der NPD aufmerksam zu machen und ihren Einzug in den Landtag zu verhindern, was aber scheiterte. Endstation Rechts bezeichnet sich heute selbst als Archiv gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Inzwischen agiert Endstation Rechts bundesweit und stützt sich auf die Mitarbeit von Freiwilligen, die nicht wegschauen, sondern auf rechte Umtriebe aufmerksam machen. Die bekannteste Kampagne ist Stroch Heinar, eine satirische Karikatur der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar. Große Aufmerksamkeit erhielt Storch Heinar, als Thor Steinar versuchte, die Persiflage gerichtlich zu verbieten, was aber scheiterte. Storch Heinar engagiert sich für eine nachhaltige Stärkung einer positiven und selbstbewussten Demokratie durch kulturelle und gesellschaftspolitische Bildung, lokale Vernetzung und langfristig angelegte Mitmachangebote.

Aber auch in Augsburg gibt es zahlreiche antirassistische Bündnisse und Initiativen, von denen wir nun ein paar ausgewählte Beispiele vorstellen wollen:

Augusta Unida

Augusta Unida besteht nun bereits seit über zehn Jahren als Zusammenschluss antirassistischer Fans des FC Augsburg. Besonderes Engagement zeigt Augusta Unida im Rahmen des Copa Augusta Antiracista, unserem jährlich stattfindenden antirassistischen Fußballturnier. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung wäre die Umsetzung des Turniers für uns nicht möglich! Darüber hinaus setzt sich Augusta Unida für ein antirassistisches Engagement der FCA-Fanszene wie auch des FC Augsburg ein.

Open Afro Aux

Open Afro Aux entstand im Rahmen der Black Lives Matter Proteste des vergangenen Jahres in Augsburg. Die Initiative setzt sich für „open minds, open hearts und open beats“ ein. Sie machen auf rassistische Gewalt in Augsburg und weltweit aufmerksam, bieten Workshops, Vernetzungstreffen und Empowerment an und sind als Kraft einer bunten und vielfältigen Zivilgesellschaft in Augsburg nicht mehr wegzudenken.

Augsburger Flüchtlingsrat

Der Augsburger Flüchtlingsrat setzt sich für eine humane Asylpolitik ein und kämpft gegen Hindernisse, die viele Menschen an der Ausübung ihres Rechts auf Mobilität hindert, wie beispielsweise die militärische Sicherung der EU-Außengrenzen, repressive Asylpolitik oder Abschiebelager. Ziel des Flüchtlingsrates ist es, auf aktuelle asylpolitische Entwicklungen und die daraus resultierenden Konsequenzen aufmerksam zu machen.

Bündnis für Menschenwürde

Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg-Schwaben ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss von antirassistischen Initiativen in Augsburg und Umgebung. Ziel ist es, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu koordinieren, Begegnungsräume zu schaffen und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Eine Auswahl weiterer antirassistischer Initiativen findet ihr auf der Seite von Aux Punks!

Glossar, angehlehnt an sz-magazin.sueddeutsche.de:

weiß: Wird kursiv geschrieben, denn weiß meint nicht lediglich den Hautton einer Person, sondern eine gesellschaftlich dominante Machtposition, die mit Privilegien verbunden ist.

Schwarz
: Wird groß geschrieben, da es, ebenso wie weiß, nicht den Hautton einer Person meint, sondern eine Selbstbezeichnung ist, die die politische und gesellschaftliche Positionierung einer Person beschreibt. Das Schwarze Subjekt ist gesellschafts-politisch und strukturell immer untergeordnet. Schwarz umfasst alle Personen(-gruppen) afrikanischer Herkunft.

People of Color (PoC)
: Ist eine Selbstbezeichnung für unterschiedlichste Personen(-gruppen), die sich als nicht-weiß definieren. Diese können sehr heterogen sein und noch mal andere Selbstbezeichnungen verwenden.

Black People of Colour (bPoC): Ähnlich PoC, spricht allerdings explizit auch Schwarze Menschen an.

Glatteisgefahr: Fallzahlen

Immer wieder werden Zweifel an den Coronazahlen des RKI laut. Eine der Begründungen ist, dass Corona-Infizierte in der Statistik mehrfach gezählt werden. Jeder positive Test werde demnach als neuer Fall ans RKI gemeldet, was die Fallzahlen künstlich nach oben treibe. Als Beispiel wird in den Sozialen Medien ein Senior*innenheim im Baden-Württembergischen Überlingen genannt. Dort hätte es 18 Infizierte gegeben, die jeden Tag getestet wurden. Ihr positives Ergebnis würde dann jeden Tag aufs Neue gezählt. Innerhalb einer Woche wären das 126 neue Fälle gewesen – mehr Fälle, als es Bewohner*innen im Senior*innenheim gibt. Ein weiteres Argument ist, dass positive Tests nur anonymisiert ans jeweilige Gesundheitsamt weitergeleitet würden, wo dann keine Zuordnung zu aktiven Fällen erfolgen könne.

Die Realität sieht allerdings anders aus. Jede Erstmeldung wird bei den Gesundheitsämtern als Indexfall registriert. Im Infektionsschutzgesetz (IfSG) wird geregelt, welche Daten des*der positiv Getesteten dem Gesundheitsamt übermittelt werden müssen: Der volle Name, die Adresse und die Kontaktdaten der betroffenen Person. Die Behauptung, Fälle würden anonymisiert ans Gesundheitsamt weitergeleitet, ist also nicht haltbar. Die Testergebnisse werden dann den jeweiligen Indexfällen zugeordnet. Auch wird überprüft, ob das positive Testergebnis eine Neuinfektion darstellt oder eine noch aktive Infektion signalisiert. Nur bei einer bewiesenen Reinfektion (z.B. nach mehreren Wochen) wird als neuer Fall ans RKI gemeldet. Die Weiterleitung der Daten an die Landesgesundheitsämter und das RKI erfolgen dann anonymisiert. Erst wenn ein Negativnachweis vorliegt, wird ein aktiver Fall aus der Statistik entfernt.

Kurz gesagt: Eine Mehrfachzählung von positiven Coronafällen ist ausgeschlossen, da das IfSG eine namentliche Meldung positiver Testergebnisse ans Gesundheitsamt vorschreibt.

Quellen: www.br.de | www.afp.com