Themewoche LGBTIQ*: LGTBIQ* erklärt

„Sexuelle Orientierung sagt irgendwie gleichzeitig sowohl etwas über DEIN Geschlecht als auch über das Geschlecht der Person aus, die du anziehend findest. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge! Wenn es bei der sexuellen Orientierung wirklich nur darum ginge, von wem wir uns angezogen fühlen, hätten ein schwuler Mann und eine heterosexuelle Frau die gleiche Orientierung: Sie würden sich beide zu Männern hingezogen fühlen“ (Watzlawik)

Zum Auftakt unserer Themenwoche zum Aktionsspieltag „Nie Wieder!“ haben wir euch ein kleines FAQ zum Thema LGBTIQ* erstellt. Wir erklären die Begriffe LGBTIQ* und queer, die Regenbogenfahne als Symbol der LGBTIQ*-Bewegung und erläutern euch einige sexuelle Orientierungen. Dabei müssen wir natürlich auch darauf hinweisen, dass das nur eine Auswahl ist und kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht.

Die Regenbogenfahne entstand  1978 in San Francisco, als Harvey Milk, der erste geoutete schwule Mann, der in den USA ein öffentliches Amt bekleidete, Gilbert Baker damit beauftragte, der queeren Community ein positives Symbol zu designen. Davor wurde oft das pinke Dreieck als Symbol benutzt, mit dem Nazis in Konzentrationslagern schwule bzw. queere Männer kennzeichneten. Die erste Regenbogenfahne hatte noch zwei weitere Farben: Pink und Türkis, Pink konnte jedoch nicht als Massenware auf Fahnen gedruckt werden und als die Fahne immer bekannter wurde, wurde Türkis gestrichen, damit sie eine gerade Zahl an Streifen hatte. Jede Farbe hat eine Bedeutung: Pink stand für Sexualität, Rot für das Leben, Orange für Heilung, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Türkis für die Kunst, Blau für Harmonie und Lila für Spiritualität.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Fahnen als Symbole für unterschiedliche sexuelle Orientierungen entworfen. Ihr seht sie zusammen mit den Erklärungen der jeweiligen Orientierung bzw. Identität auf den Sharepics zur Themenwoche.

Neben sexueller Orientierung und sexueller Identität ist auch die Geschlechtsidentität von großer Wichtigkeit. Lange Zeit dachte man, es gebe nur zwei Geschlechter – männlich und weiblich. Inzwischen wissen wir aber, dass dieses zweidimensionale Bild von Geschlecht nicht mehr passend ist. Viele Menschen fühlen sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig, oder das biologische Geschlecht (z.B. männlich oder weiblich) passt nicht zum biologischen Geschlecht, also das Geschlecht, nach dem sich Menschen fühlen. Bei den meisten Menschen stimmen biologisches und soziales Geschlecht überein (Cisgeschlechtlichkeit). Das Gegenteil zur Cisgeschlechtlichkeit stellt die Trans*identität (oder auch Trans*sexualität, Trans*gender) dar, bei der biologisches und soziales Geschlecht nicht übereinstimmen. Darüber hinaus definieren sich viele Menschen außerhalb des binären Geschlechterkosmos, die verallgemeinernd genderqueer genannt werden.

Quellen:
ze.tt, www.tagesspiegel.de, www.tagesspiegel.de(2) und www.queer-lexikon.net
Watzlawik, M. (2020): Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten: Think outside the box(es)?. Überlegungen aus entwicklungspsychologischer Perspektive. In: Böhm, M.; Timmermanns, S. (Hrsg.): Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Interdisziplinäre Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis. Weinheim: Beltz Juventa. S. 22-39.

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