Rückblick zum Projekt „Fußball trifft Geschichte“

Bildungsfahrt in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Im September 2015 wurde gemeinsam mit der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg (http://www.gedenkstaette-flossenbuerg.de/start/) das Projekt „Fußball trifft Geschichte“ ins Leben gerufen. Dieses spannende Projekt konnte am vergangenen spielfreien Wochenende vom 12. bis 14. Oktober wiederholt werden. Gemeinsam mit insgesamt 21 Jugendlichen und jungen erwachsenen Fußballfans des FC Augsburg und der befreundeten Fanszene der Würzburger Kickers fand von Freitag bis Sonntag eine Bildungsfahrt in das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg statt. Dort errichteten nahe der heutigen deutsch-tschechischen Grenze 1938 die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager, das vorwiegend als Arbeitslager zum Abbau von Granitvorkommen diente. Bis 1945 waren im KZ Flossenbürg ca. 100.000 Häftlinge aus ganz Europa inhaftiert, von denen mindestens 30.000 nicht überlebten.

01_SS-Kommandantur02_Bebauung Lagergelände

 

 

 

 

Nachdem am ersten Abend in der Jugendherberge Tannenlohe neben dem gegenseitigen Kennenlernen erste Annäherungen an das Thema Nationalsozialismus im Vordergrund standen, fuhr man am Samstagmorgen gemeinsam nach Flossenbürg. Dort stand für den Morgen und den Vormittag eine gemeinsame Führung über das ehemalige Lagergelände auf dem Programm. Unter Anleitung von Dr. Matthias Rittner konnten sich die jungen Fans aus Augsburg und Würzburg zunächst einen Überblick über das Gelände verschaffen. Hierbei verwunderte alle der Umgang mit dem Konzentrationslager nach Ende des Zweiten Weltkrieges; so wurden große Teile des ehemaligen Konzentrationslagers mit einer Wohnsiedlung überbaut. Ein Zeitzeugenfilm und die Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen, die in einer Dauerausstellung der Gedenkstätte dargestellt sind, gaben darüber hinaus Einblicke in das Ausmaß und die Qualität der hier verübten Gräueltaten der Nationalsozialisten. Besonders schockierten die zahlreichen Gründe einer Inhaftierung und dass etliche Häftlinge des Konzentrationslagers willkürlich verhaftet worden waren.

04_Gruppe03_Einzelschicksale

 

 

 

 

Am Nachmittag standen die Besichtigung des Steinbruchs, in welchem die Häftlinge ihrer Zwangsarbeit nachgehen und für die großen Bauprojekte der Nationalsozialisten Granit abbauen mussten, und der alten Burgruine an. Von dieser kann die gesamte Ortschaft Flossenbürg sowie das ehemalige Konzentrationslager eingesehen werden. Und so bot sich hier die Auseinandersetzung mit Fragen an, die die Akteure rund um das ehemalige Konzentrationslager betreffen: Die SS und die Dorfbevölkerung. Konkret beschäftigte sich die Gruppe vor allem mit der Frage, welche Einblicke die Dorfbevölkerung in das grausame Schaffen der SS hatte und weshalb diese Verbrechen geduldet wurden.

05_Steinbruch06_Vortag Römer

 

 

 

 

Neben der Beschäftigung mit der Geschichte des Konzentrationslagers und der Auseinandersetzung mit den im Konzentrationslager Flossenbürg verübten grausamen Verbrechen konnte am Sonntag der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart gespannt werden. Hierfür war als externer Referent Peter Römer eingeladen worden, der einen Vortrag zum Thema „Rechtsextremismus und Rassismus in Fankurven“ hielt. So gelang es zum Abschluss des Wochenendes auch noch einmal zu hinterfragen: Was hat eigentlich die Geschichte und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus mit meinem eigenen Fan-Dasein zu tun?

 

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